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Wie man zwischen Einträger- und Zweiträger-Brückenkränen wählt

BrückenkräneSie sind unverzichtbare Ausrüstung in der industriellen Produktion, Logistik und im Bauwesen, wobei Ein- und Zweiträgerkonstruktionen die beiden gängigsten Bauarten darstellen. Die Wahl der richtigen Konstruktion hat direkten Einfluss auf die Betriebseffizienz, die Sicherheit und die langfristige Wirtschaftlichkeit.
1. Anforderungen an die Tragfähigkeit
Die Tragfähigkeit ist das Hauptkriterium für die Kranauswahl.
Einträger-Brückenkrane: Typischerweise für leichte bis mittlere Lasten ausgelegt, üblicherweise im Bereich von 0,5 bis 20 Tonnen. Ihre vereinfachte Konstruktion begrenzt die Tragfähigkeit, wodurch sie für Schwerlasteinsätze ungeeignet sind.
Doppelträger-Brückenkrane: Sie eignen sich hervorragend für Schwerlastanwendungen und weisen Tragfähigkeiten von 5 bis über 500 Tonnen auf. Die Doppelträgerkonstruktion verteilt das Gewicht gleichmäßiger und bietet so höhere Stabilität und Tragfähigkeit für die Schwerindustrie oder den Hafenumschlag.
2. Strukturelle Komplexität und Platzbedarf
Strukturelle Unterschiede beeinflussen Installation, Wartung und Raumnutzung.
Einträgerkrane: Sie bestehen aus einem einzigen Hauptträger, der von Endwagen getragen wird. Sie zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise aus, benötigen weniger Platz in der Höhe und Spannweite und sind einfacher zu montieren und zu warten. Die vereinfachte Konstruktion reduziert zudem den Bedarf an aufwendigen Fundamentverstärkungen.
Doppelträgerkrane: Sie bestehen aus zwei parallelen Hauptträgern, wobei der Hebezeugmechanismus häufig zwischen den Trägern verläuft. Diese Bauweise erfordert mehr Kopffreiheit und horizontalen Platz. Die Installation erfordert eine komplexere Ausrichtung der beiden Träger, und Wartungsarbeiten können den Zugang zum Bereich zwischen den Trägern erfordern, was die Betriebskomplexität erhöht.
3. Anwendungsszenarien und Arbeitszyklen
Der Verwendungszweck und die Betriebshäufigkeit (Einschaltdauer) bestimmen, welcher Krantyp am besten geeignet ist.
Einträgerkrane: Ideal für geringe bis mittlere Auslastung (z. B. Auslastungsklassen A3–A5 nach ISO-Normen). Typische Anwendungsbereiche sind kleine Werkstätten, Lagerhallen und Montagelinien für Aufgaben wie das Heben kleiner Bauteile, Verpackung oder leichte Montagearbeiten – also überall dort, wo die Lasten gering und die Arbeitsvorgänge nicht kontinuierlich sind.
Zweiträgerkrane: Geeignet für hohe Belastungszyklen (Belastungsklassen A6–A8) und raue Umgebungsbedingungen. Sie werden häufig in Stahlwerken (zum Heben von flüssigem Metall), im Schwermaschinenbau (zur Montage großer Anlagen) und in Containerhäfen (zum Be- und Entladen schwerer Container) eingesetzt. Ihre robuste Konstruktion hält häufigem, kontinuierlichem Einsatz und extremen Bedingungen wie hohen Temperaturen oder Staub stand.
4. Kostenüberlegungen
Die Kosten umfassen die anfängliche Investition sowie die Betriebs- und Wartungskosten.
Einträgerkrane: Aufgrund ihrer einfachen Konstruktion weisen sie geringere Anschaffungs- und Installationskosten auf. Auch die Wartungskosten sind niedriger, da weniger Bauteile geprüft oder ausgetauscht werden müssen. Sie sind eine kostengünstige Wahl für Unternehmen mit begrenztem Budget und geringem Lastbedarf.
Zweiträgerkrane: Sie verursachen höhere Anschaffungskosten, unter anderem für Herstellung, Installation und Fundamentverstärkung. Ihre Langlebigkeit und hohe Tragfähigkeit reduzieren jedoch Ausfallzeiten bei Schwerlastanwendungen und führen so zu einer besseren langfristigen Rentabilität für Unternehmen mit kontinuierlichem Schwerlastbedarf. Die Wartungskosten sind zwar höher, werden aber durch die lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit gerechtfertigt.
5. Zusammenfassung der Auswahlschritte
Lastanforderungen definieren: Maximale Last, durchschnittliche Last und erforderliche Hubhöhe ermitteln – dies schränkt die Frage ein, ob ein Einträger (≤ 20 Tonnen) oder ein Zweiträger (> 20 Tonnen) geeignet ist.
Beurteilung des Arbeitsumfelds und des Arbeitszyklus: Bei kontinuierlichem, schwerem oder unter schwierigen Bedingungen stattfindendem Betrieb ist ein Zweiträgerkran vorzuziehen; für leichten, intermittierenden Einsatz genügt ein Einträgerkran.
Beurteilen Sie die räumlichen Gegebenheiten: Prüfen Sie die verfügbare Deckenhöhe und Spannweite – Einträgerkrane eignen sich besser für beengte Platzverhältnisse, während Zweiträgerkrane mehr Platz benötigen.
Kosten-Nutzen-Verhältnis analysieren: Für kurzfristige, leichte Anwendungen empfiehlt sich ein Einträgerkran, um Kosten zu sparen; für langfristige, schwere Einsätze ist die Investition in einen Zweiträgerkran für höhere Zuverlässigkeit und einen besseren ROI ratsam.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine Universallösung gibt. Die Wahl hängt von einer umfassenden Bewertung von Last, Platzbedarf, Anwendung und Kosten ab. Die Beratung durch Kranhersteller oder Ingenieure zur Durchführung einer standortspezifischen Analyse kann zudem sicherstellen, dass der ausgewählte Kran den betrieblichen Anforderungen und Sicherheitsstandards entspricht.
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Veröffentlichungsdatum: 11. September 2025